
Fristen, Fachbegriffe, Abkürzungen, Paragrafen: Wenn du gerade erst in die Kanzlei-Ausbildung gestartet bist, bekommst du möglicherweise das Gefühl, eine komplett neue Sprache lernen zu müssen – und zwar möglichst sofort.
Doch wie viel Wissen wird am Anfang tatsächlich von dir erwartet? Musst du ganze Gesetzestexte auswendig können? Und wie behältst du bei all den neuen Begriffen überhaupt den Überblick?
Im zweiten Teil unserer Reihe „Azubis fragen, Ronja Tietje antwortet“ erhältst du von der Vorsitzenden des RENO Bundesverbandes Antworten auf typische Azubi-Fragen rund ums Lernen und Einfinden in die juristische Arbeitswelt.
„Warum sind Fristen in der Kanzlei so extrem wichtig und was muss ich dabei beachten?“
Antwort: Fristen sind bei der Mandatsbearbeitung sehr wichtig und hier können sich auch Haftungsfallen verstecken. Auszubildende, und insbesondere zum Start der Ausbildung in den ersten Wochen, können das Fristenwesen noch gar nicht überblicken und es sollte daher nicht zum Aufgabenbereich gehören.
„Wie behalte ich den Überblick über die vielen neuen Fachbegriffe und Abkürzungen?“
Antwort: Das Rechtswesen hat seine ganz eigene Sprache! So findest du dich schnell zurecht:
- Leg dir ab Tag 1 ein digitales Vokabelheft oder eine Notizdatei an.
- Schreibe Begriffe, Abkürzungen und Kanzleikürzel sofort auf, sobald du sie hörst und verstehst, was sich dahinter verbirgt.
- Scheue dich nicht, im Team nachzufragen: „Wofür steht der Begriff X?“
„Muss ich Paragrafen auswendig lernen?“
Antwort: Nein! Du musst die Gesetzestexte nicht auswendig können. Viel wichtiger ist es, zu lernen, wo etwas steht und wie du Gesetzestexte richtig liest und anwendest. Das Suchen, Verstehen und Anwenden steht klar im Vordergrund – nicht das Auswendiglernen.
Und was, wenn es doch mal schwierig wird?
Mit der Zeit werden die Fachbegriffe vertrauter, Gesetzestexte verlieren ihren Schrecken und auch im Kanzleialltag wächst die Sicherheit. Trotzdem gibt es Situationen, in denen man nicht sofort weiterweiß, etwa bei einer schwierigen Aufgabe oder einem aufgebrachten Mandanten.
Im dritten und letzten Teil von „Azubis fragen, Ronja Tietje antwortet“ geht es deshalb darum, wie du richtig nachfragst, Unterstützung findest und auch in herausfordernden Situationen souverän bleibst: Der Beitrag erscheint nächste Woche!