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Das Ausbildungszeugnis: Rechte, Pflichten und Unterschiede zu Arbeitszeugnissen

Am Ende einer Berufsausbildung ist das Ausbildungszeugnis für Auszubildende ein unverzichtbares Dokument – auch dann, wenn eine Übernahme durch den Ausbilder in ein Angestelltenverhältnis erfolgt. Es dient nicht nur als Nachweis über die abgeschlossene Ausbildung, sondern auch als Empfehlungsschreib

Am Ende einer Berufsausbildung ist das Ausbildungszeugnis für Auszubildende ein unverzichtbares Dokument – auch dann, wenn eine Übernahme durch den Ausbilder in ein Angestelltenverhältnis erfolgt. Es dient nicht nur als Nachweis über die abgeschlossene Ausbildung, sondern auch als Empfehlungsschreiben für den weiteren (ggf. späteren) beruflichen Werdegang. Doch welche Ansprüche haben Auszubildende, und worin unterscheidet sich ein Ausbildungszeugnis von einem Arbeitszeugnis?

 

I. Anspruch auf ein Ausbildungszeugnis

Anspruch aus § 16 BBiG auf Erteilung eines Ausbildungszeugnisses

Der Anspruch auf Erteilung eines Ausbildungszeugnisses ergibt sich aus § 16 des Berufsbildungsgesetzes (BBiG): Der Ausbildungsbetrieb ist danach verpflichtet, nach Beendigung der Ausbildung unaufgefordert ein schriftliches Zeugnis zu erstellen. Wie auch beim „normalen“ Arbeitszeugnis kann dieses in zwei Varianten ausgestellt werden: als einfaches oder qualifiziertes Ausbildungszeugnis. Die Wahl liegt beim Auszubildenden.

 

II. Das einfache Ausbildungszeugnis: grundlegende Informationen

Inhalte

Ein einfaches Ausbildungszeugnis enthält gemäß § 16 Abs. 2 BBiG mindestens Angaben über Art, Dauer und Ziel der Berufsausbildung sowie über die erworbenen beruflichen Fertigkeiten, Kenntnisse und Fähigkeiten. Gerade letzteres bildet einen großen Unterschied zum Arbeitszeugnis: Denn in der Ausbildung kommt es besonders darauf an, welche Fähigkeiten und Fertigkeiten im Rahmen der Ausbildung vermittelt wurden. Im Übrigen ist ein einfaches Zeugnis auf sachliche Informationen beschränkt und verzichtet insbesondere auf eine Bewertung der Leistungen oder des Verhaltens.

Anwendungsbeispiele

Das einfache Zeugnis wird oft gewählt, wenn der Auszubildende nur einen neutralen Nachweis über die Ausbildungszeit benötigt, beispielsweise für die Kammer oder für Behörden; es ist darüber hinaus auszustellen, wenn eine Leistungsbeurteilung durch den Arbeitgeber nicht möglich ist (kurze Beschäftigungsdauer, überwiegende Abwesenheit durch Krankheit o.Ä.).

 

III. Das qualifizierte Ausbildungszeugnis: Leistungsbeurteilung und Verhaltensbewertung

Inhalte

Auf Wunsch des Auszubildenden muss der Ausbildungsbetrieb ein qualifiziertes Zeugnis ausstellen, das über die sachlichen Angaben hinaus auch Aussagen über Leistung und Verhalten während der Ausbildung enthält. Die Leistungsbewertung umfasst grundlegende Aspekte wie Fachwissen, Engagement, Zuverlässigkeit und Lernfortschritte. Das Verhalten wird im Hinblick auf das Miteinander mit Vorgesetzten, Kollegen und Mandanten beurteilt.

Formulierungen

Wie bei Arbeitszeugnissen ist auch beim Ausbildungszeugnis auf wohlwollende Formulierungen zu achten, die den Berufsstart des Auszubildenden fördern, aber auf keinen Fall behindern sollen. Eine Gesamtbewertung erfolgt auch beim Ausbildungszeugnis über standardisierte Formulierungen wie etwa „Er führte die ihm übertragenen Aufgaben stets zu unserer vollsten Zufriedenheit aus.“

 

IV. Unterschiede zwischen Ausbildungs- und Arbeitszeugnissen

Lernprozess, Entwicklung, Erreichen der Ausbildungsziele

Der wesentliche Unterschied zwischen Ausbildungs- und Arbeitszeugnissen liegt in der Bewertung: Während ein Arbeitszeugnis auf die berufliche Leistung im Arbeitsverhältnis abzielt, berücksichtigt ein Ausbildungszeugnis den Lernprozess und die Entwicklung während der Ausbildung. Das Ausbildungszeugnis soll darüber hinaus dokumentieren, dass die Ausbildungsziele erreicht wurden.

 

V. Fazit: Sorgfalt beim Ausbildungszeugnis ist entscheidend

Ausbildungszeugnis ist wichtig für Einstieg in Berufsleben

Ein sorgfältig erstelltes Ausbildungszeugnis ist der Schlüssel für den erfolgreichen Einstieg ins Berufsleben. Es sollte die Entwicklung und Stärken des Auszubildenden realistisch und positiv widerspiegeln, ohne dabei falsche Erwartungen zu wecken. Für Ausbildungsbetriebe ist es daher wichtig, die Zeugnisse mit Bedacht zu formulieren – nicht zuletzt, um den eigenen Ruf als Ausbildungsstätte zu wahren.

Worauf Auszubildende achten sollten

Auszubildende sollten darauf achten, frühzeitig das gewünschte Zeugnisformat zu kommunizieren, um sicherzustellen, dass dies ihren Bedürfnissen entspricht. Im Zweifelsfall lohnt sich eine professionelle Überprüfung des Zeugnisses.



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